2 Feinde

Ich war 18, er war schon Mitte 30. Wir spielten im selben Team. Sein Name war Rolf.
Wir waren zwei Gegensätze in Kickschuhen: er der Familienvater, der jeden Tag Nachtschicht schafft und für den Fussball noch der traditionelle Fussball ist: harte Arbeit, immer auf die Knochen, die eigenen seit Jahrzehnten auf Dorfsportplätzen hingehalten, dem Gegner immer schön eine mitgeben, egal ob Spiel oder Abschlusstraining. Ich dagegen der junge Frischling, für den Fussball immer noch das Spiel von der Straße ist, das mit den Kumpels zusammen gelernt wurde, für den die damals geltenden Regeln immer noch von Bedeutung sind: Fussball ist ein schönes Spiel, also soll mein Spiel auch schön sein. Dribbeln, gerne und oft ins 1-gegen-1, Spielertyp Mimose, die es nicht gern hat, wenn ihm jemand auf die Socken steigt. Wir gerieten im Training oft aneinander, er, der Klopper und ich, der Feingeist, wen wunderts. Ich hatte nichts gegen ihn, doch ich konnte auch nicht viel mit ihm anfangen. Er redete ständig über seine nächtliche Bandarbeit, er erzählte dumme unlustige Witze, er lachte über sie. Weiterlesen