Wundertor des Tages

Fussball im Fernsehen täuscht ja ab und an ganz gerne. Fussball ist ein einfaches Spiel, also kommt einem oft das, was die Profikicker da im Fernsehkasten abliefern, garnicht so unmenschlich vor. Pass in den Lauf bekommen, Ball am Torwart vorbei, Tor! Stürmer lauert im Strafraum, Ball kommt von außen, rollt am Torwart vorbei, Stürmer hat nur noch leeres Tor vor sich, drin! Sieht ja garnicht so schwer aus.
Und so kommt es dann auf der heimischen Couch oftmals zu Selbstüber- und Fremdunterschätzung: Weiterlesen

Das-kennt-jeder-Sache des Tages

Achtung, jetzt kommt Nostalgie. Und das nicht zu knapp.

Als Jugendfussballer waren wir alle gleich. Unser am Seitenrand stehend-schreiender Vater war uns peinlich und machte uns nervös, die Trikotsätze waren älter als die Spieler und veranschaulichten die Farbtrends des vergangenen Jahrzehnts, der Sohn des überengagierten Trainers war der Käpt’n.

Wenn ein ehemaliger Jugendfussballer bei diesen Schilderungen nur den Kopf schütteln kann, wird ihm spätestens das folgende Ritual bekannt vorkommen:
Unmittelbar vor dem Spiel herrscht noch heilloses Durcheinander und Geschrei in der Kabine, dann geht die Tür auf. Ein rüstiger Rentnerschiri in über den Bauch gezogenen kurzen Hosen und Erima-Schuhen aus den Achtzigern tritt in die Kabine, führt die Passkontrolle durch und sagt dann kurz vor dem Rausgehen:

„Schienbeinschoner habt ihr alle an?“

Zum Beweis klopft sich die ganze Truppe auf den Bereich zwischen Fuß und Knie, als gäbs kein Morgen.

Der Schiri nickt zufrieden und läuft hinaus. Es kann losgehen.

Hach, wie war das schön.

Eintagsfliege des Tages

Ich muss zuallerst gleich gestehen, zu diesem Thema kann ich eigentlich nicht wirklich viele Informationen liefern.
Gründe dafür sind, dass ich a) beim Eintreten der behandelten Eintagsfliege noch unbekümmert in die Grundschule ging und b) auf Teufel-komm-raus im großen, weiten Internet fast keine Quellen bzw. Bilder dazu finde. Also machen wir es jetzt einfach mal so, dass dieser Beitrag aus persönlichen, vagen Erinnerungen pur zusammengebaut wird.

Keiner wusste warum, keiner wusste woher, doch auf einmal war es da, irgendwann Mitte der neunziger Jahre: das Nasenpflaster.
Vor allem bei der Euro 96 in England häufig gesehen, munkelte man dass es das Atemvolumen steigere und so zu einer höheren Leistungsfähigkeit führe. Wer das Ding trug? Bin ich mir leider nicht ganz sicher.
Verdammt, um ehrlich zu sein krieg ich sogar nur einen Spieler hin, an den ich mich nasenpflastertragend erinnern kann: Pierluigi Casiraghi. Der spielte bei der Euro 96 für Italien und schmückte seinen Kolben mit eben einem solchen Objekt und ist seltsamerweise derjenige, der in meinen Erinnerungen an die Nasenpflaster-Ära haften geblieben ist.

Doch Casiraghi entpuppt sich im Nachhinein bei näherem Hinsehen als ideale Möglichkeit, das Dilemma und das zum Scheitern-verurteilt-sein des Nasenpflasters zu erkennen. Denn wenn man das Bild des bepflasterten Casiraghi so betrachtet, wird einem eine gewisse Ironie nicht verborgen bleiben. Ein Baum von einem Mann mit entschlossenem Die-hauen-wir-heute-weg-Blick, der ein dünnes Pflästerchen auf der Nase trägt, als sei er daheim gegen die Wand gelaufen und gleich von der Mama liebevoll versorgt worden.

Doch das war mir damals alles egal, besser gesagt nicht bewusst. Fussballprofis waren Götter, die an meiner Wand hingen und was die taten, konnte nicht so verkehrt sein. Also war klar, dass irgendwann der Gang zur Apotheke folgen musste. Wie? Sie haben nur noch welche mit bunten Enten drauf? Egal, her damit. Drauf damit. Ab zum Bolzplatz.

Es klappte auf einer Seite immer wieder hoch, es störte, es sorgte für Gelächter, es war schrecklich. Heute weiß ich auch noch, dass es nicht einmal meine Leistungsfähigkeit erhöhte. Die deutsche Sporthochschule Köln hat nämlich inzwischen herausgefunden, dass die Dinger eben doch keinen Einfluss auf das Atemvolumen haben.

Na besten Dank auch, Casiraghi.

Torjubelidee des Tages: der Strike

Die 9 Nicht-Torschützen stellen sich mit einigen Metern Abstand zum Torschützen in der Formation der Pins beim Bowling auf. Torschütze nimmt Anlauf und wirft die imaginäre Bowlingkugel ab, Teamkollegen gehen entweder direkt oder nach kurzem Hin-und-Her Taumeln zu Boden und liegen dann für einen Moment kreuz und quer auf einem Haufen.

Könnten die Bayern nach dem nächsten unspektakulären Treffer in einem unspektakulären Spiel gegen einen unspektakulären Gegner anwenden. Ich werds dem Lahm mal in Facebook vorschlagen.