Eintagsfliege des Tages

Ich muss zuallerst gleich gestehen, zu diesem Thema kann ich eigentlich nicht wirklich viele Informationen liefern.
Gründe dafür sind, dass ich a) beim Eintreten der behandelten Eintagsfliege noch unbekümmert in die Grundschule ging und b) auf Teufel-komm-raus im großen, weiten Internet fast keine Quellen bzw. Bilder dazu finde. Also machen wir es jetzt einfach mal so, dass dieser Beitrag aus persönlichen, vagen Erinnerungen pur zusammengebaut wird.

Keiner wusste warum, keiner wusste woher, doch auf einmal war es da, irgendwann Mitte der neunziger Jahre: das Nasenpflaster.
Vor allem bei der Euro 96 in England häufig gesehen, munkelte man dass es das Atemvolumen steigere und so zu einer höheren Leistungsfähigkeit führe. Wer das Ding trug? Bin ich mir leider nicht ganz sicher.
Verdammt, um ehrlich zu sein krieg ich sogar nur einen Spieler hin, an den ich mich nasenpflastertragend erinnern kann: Pierluigi Casiraghi. Der spielte bei der Euro 96 für Italien und schmückte seinen Kolben mit eben einem solchen Objekt und ist seltsamerweise derjenige, der in meinen Erinnerungen an die Nasenpflaster-Ära haften geblieben ist.

Doch Casiraghi entpuppt sich im Nachhinein bei näherem Hinsehen als ideale Möglichkeit, das Dilemma und das zum Scheitern-verurteilt-sein des Nasenpflasters zu erkennen. Denn wenn man das Bild des bepflasterten Casiraghi so betrachtet, wird einem eine gewisse Ironie nicht verborgen bleiben. Ein Baum von einem Mann mit entschlossenem Die-hauen-wir-heute-weg-Blick, der ein dünnes Pflästerchen auf der Nase trägt, als sei er daheim gegen die Wand gelaufen und gleich von der Mama liebevoll versorgt worden.

Doch das war mir damals alles egal, besser gesagt nicht bewusst. Fussballprofis waren Götter, die an meiner Wand hingen und was die taten, konnte nicht so verkehrt sein. Also war klar, dass irgendwann der Gang zur Apotheke folgen musste. Wie? Sie haben nur noch welche mit bunten Enten drauf? Egal, her damit. Drauf damit. Ab zum Bolzplatz.

Es klappte auf einer Seite immer wieder hoch, es störte, es sorgte für Gelächter, es war schrecklich. Heute weiß ich auch noch, dass es nicht einmal meine Leistungsfähigkeit erhöhte. Die deutsche Sporthochschule Köln hat nämlich inzwischen herausgefunden, dass die Dinger eben doch keinen Einfluss auf das Atemvolumen haben.

Na besten Dank auch, Casiraghi.

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