Die schlimmsten Horrorfouls/Verletzungen, die ich nie sah

So, da den Blog hier ja immernoch kein Schwein liest, kann ich es sagen:

Wenn es um körperliches Leid geht, bin ich der größte Weichling. Als Veranschaulichung hier mal ein gewöhnlicher Kinogang mit den Kumpels: Hey, cool, der neue Saw, Teil 58! 57 hab ich verpasst aber der 56er war echt der Hammer! So mit Finger-abhack-Maschine undso! Gehen wir in den!
Och nee komm, wie wärs denn mit Twilight? So ne Teenager-Vampir-Lovestory ist doch auch mal ganz nett.

Ich kann sowas einfach nicht sehen. Nun ist es ja so, dass es beim Fussball dann doch ab und zu mal deftig zur Sache gehen kann. Knochenbrüche, Bänderrisse und Konsorten sind in unserer Sportart ja leider Gottes nunmal schnell passiert. Die schlimmsten Fouls und Verletzungen im Profifussball gehen heutzutage blitzschnell um die Welt und sind in aller Munde, in allen Youtube-Videos, in allen Zeitungen. Für mich heißt es dann regelmäßig: im richtigen Moment wegschauen. Denn wenn ich dann doch einmal in einem unvorbereiteten Moment Zeuge einer schmerzhaften körperlichen Verformung in Zeitlupe werde, lässt mich der Anblick tagelang nicht mehr los. Das rechtzeitige Wegschauen klappt nicht immer, aber meistens. Und so weiß ich zwar über einige der schlimmsten solchen Zwischenfälle im Fussball Bescheid, aber nur vom Hörensagen und Schreibenlesen. Hier die (demnach) schlimmsten:

Norbert Siegmann an Ewald Lienen, August 1981
Fand zwar lange vor meiner Zeit statt, während der Kindheit wurde ich jedoch als damaliger Sportbildleser eines Tages damit konfrontiert. Auf dem schwarz-weiss Bild war ein schreiender Lienen und dessen aufgeschlitztes Bein samt herausragendem Knochen zu sehen. Den Anblick hab ich bis heute nicht vergessen. Würde ich jedoch sehr, sehr gern.

Djibril Cissé, Juni 2006
Der französische Stürmer erlitt im Juni 2006 einen Schien- und Wadenbeinbruch im Freundschaftsspiel gegen China. Moment, Sommer 2006? Da war doch was…Richtig. Cissé zog sich die Verletzung im letzten Test vor der Weltmeisterschaft in Deutschland zu. In der Kabine sollen die Mannschaftskollegen Tränen angesichts des Schicksals ihres Kollegen vergossen haben.

Roy Keane an Alf Inge Haaland, April 2001
Die Vorgeschichte: Keane wollte Haaland einige Jahre zuvor foulen und verletzte sich dabei selbst schwer. Während Keane also nach dem misslungenen Foulversuch kreuzbandrissgeschädigt auf dem Boden lag, baute sich Haaland über ihm auf und rief ihm zu, er solle aufstehen. 4 Jahre später sieht Keane die Zeit für seine Rache gekommen: er zerschmettert dem Norweger in voller Absicht das linke Knie und läuft vom Platz, als sei nix gewesen. Haaland bestreitet danach kein Fussballspiel über 90 Minuten mehr. Keane rühmt sich später Keane in seiner Autobiografie damit, dass das alles schon ganz genau so geplant und gewollt war.

Foul von Martin Taylor an Eduardo von Arsenal London, Februar 2008
Dem Medien- und Allgemeinecho nach muss das Foul eines der heftigsten unserer Zeit gewesen sein. Am Tag darauf gab es dann bei uns in der Mannschaftskabine auch kein anderes Thema mehr. Ey, hast du gesehen, das mit Eduardo? Eyy hammer, dem sein Fuß so richtig so…die Verletzung wurde in Fussballerkabinensprache in alle Einzelteile zerlegt.Ich summte innerlich ein Lied.

Foul von Axel Witsel an Marcin Wasilewski, August 2009
Wenn die belgische Jupiler League in den Schlagzeilen steht, weiß man: da muss was passiert sein. Wenn in diesen Schlagzeilen dann noch etwas von Horrorfoul, Bein durchgetreten und mein-Bein-zeigte-in-eine-andere-Richtung-Zitaten steht, weiß ich: Vorsicht, Junge! Und so weiß man als fussballverfolgende Memme, dass Witsel für drei Monate gesperrt wurde, Morddrohungen erhielt und Polizeischutz brauchte, ohne die Szene jemals gesehen zu haben.

Ich merke gerade, dass ich zwei der genannten Zwischenfälle eben doch schon einmal in irgendeiner Form gesehen habe. Schön teilweise am Thema bzw. Titel vorbeigeschrieben. Anders interpretiert kann man darin aber auch nur eine Bestätigung der Hauptaussage des Beitrags sehen, die da wäre:

Fussball-brutal und ich, das passt einfach nicht.

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5 Kommentare zu “Die schlimmsten Horrorfouls/Verletzungen, die ich nie sah

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